https://www.faz.net/-gqe-9c3iy

Mays Brexit-Vorschläge : Jetzt ist die EU am Zug

  • -Aktualisiert am

Die britische Premierministerin Theresa May spricht auf der Marathon-Sitzung ihres Kabinetts in Chequers. Bild: dpa

Die Brexit-Vorschläge, auf die Theresa May ihr Kabinett eingeschworen hat, sind das Gegenteil von „Rosinenpicken“. Die EU sollte darauf eingehen. Denn sonst droht ein größeres Problem.

          3 Min.

          Das wichtigste Wort steht ganz am Anfang: „Kollektiv“ habe das Kabinett der britischen Premierministerin Theresa May ihrem Brexit-Plan zugestimmt. So heißt es im ersten Absatz der Erklärung, welche die Regierung nach ihrer mit Spannung erwarteten Klausurtagung veröffentlicht hat. Mehr als zwei Jahre nach dem Referendum hat sich die zerstrittene Regierung in London endlich darauf verständigt, was für eine Art von Brexit sie anstrebt. Es eröffnet sich damit die Chance, dass es in den festgefahrenen Austrittsverhandlungen zwischen London und Brüssel vorangeht. Spät, aber hoffentlich nicht zu spät.

          In den kommenden Monaten muss es gelingen, eine für beide Seiten akzeptable Vereinbarung auszuhandeln, die vor allem die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Beziehungen nach dem Brexit in den Grundzügen neu regelt. Die EU ist mit schweren Bedrohungen konfrontiert, von der Migrationskrise bis zum Angriff des amerikanischen Präsidenten Trump auf den Welthandel und die multilaterale Weltordnung. Eine chaotische Trennung können sich in dieser Lage Großbritannien, aber auch Deutschland und die anderen EU-Staaten politisch und wirtschaftlich nicht leisten.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Nahaufnahme einer Kanüle mit Tropfen und Spritze (Symbolbild)

          Entwicklung in Russland : „Wir können den Impfstoff früher zulassen“

          Russland will schon bald einen Impfstoff gegen das Coronavirus präsentieren. Kirill Dmitrijew, Chef des Russian Direct Investment Fund, hat ihn an sich selbst erprobt – und glaubt, im September könnten die Massenimpfungen losgehen.
          Das Atomkraftwerk Dukovany in der Tschechischen Republik

          Energiewende : Die Atomkraft lebt weiter

          Viele Staaten setzen nach dem Kohleausstieg auf Atomkraft, so zum Beispiel Tschechien. Die Grünen wollen das torpedieren – mit Hilfe der EU.