https://www.faz.net/-gqe-aaez5

Industrie nervös wegen Grünen : Quoten und Verbote

  • -Aktualisiert am

Annalena Baerbock, Vorsitzende der Grünen, während eines Besuchs beim Triebwerkhersteller MTU im Oktober Bild: dpa

Einst sonnten sich Industrievertreter in der Gegenwart der Grünen. Doch seit die Partei an Beliebtheit gewinnt, kühlt die Liebe der Wirtschaft ab. Ihre Sorgen sind berechtigt.

          1 Min.

          Es ist noch gar nicht so lange her, da sonnten sich Industrievertreter regelrecht in der Gegenwart von Spitzenvertretern der Grünen. Auf Veranstaltungen von Wirtschaftsverbänden erhielt Annalena Baerbock mitunter mehr Applaus als FDP-Chef Christian Lindner. Etwas frischer Wind in der Politik könne nicht schaden, raunten Manager, die einst stramm konservativ unterwegs waren.

          Doch je höher die Grünen in den Umfragen klettern und je konkreter ihr Wahlprogramm wird, desto mehr kühlt die Liebe wieder ab. Die Aussicht, dass die Partei in der neuen Regierung nicht nur Juniorpartner wird, sondern womöglich ins Kanzleramt einzieht, lässt die Nervosität wachsen. Die Sorgen vor einer grünen Planwirtschaft sind berechtigt. Zwar stehen im Programmentwurf wohlweislich keine Forderungen wie der Veggie Day oder ein Verbot von Einfamilienhäusern. Doch er ist durchzogen von einer moralisierenden Haltung, die mit Quoten und Verboten den Klimaschutz über alles stellen will. Die größte Gefahr für die Marktwirtschaft geht indes nicht von der Parteispitze aus, sondern von der linken Basis, der selbst dieser Entwurf noch nicht weit genug geht.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Hier könnte Ihre Wohnung stehen – doch die Berliner entschieden sich stattdessen für einen größeren Park auf dem Tempelhofer Feld.

          Wohnen in Deutschland : Die Bau-Lücke

          Der Mietendeckel ist passé. Aber wo bleiben die neuen Häuser, die deutsche Städte brauchen?
          Mitarbeiter der Ordnungsamtes patrouillieren am 17. April durch Köln, wo eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr gilt.

          Einigung zu Bundes-Notbremse : Ausgangsbeschränkungen erst ab 22 Uhr

          Die bundesweiten Regeln zur Eindämmung der Pandemie sollen nun doch etwas weniger streng ausfallen. Der Einzelhandel soll zumindest eingeschränkt weiter arbeiten können. Auch nächtliches Joggen bleibt teilweise erlaubt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.