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Kommentar : Fass ohne Boden

Ein tönerndes Gefäß: Dieser griechische Sirenenskyphos wurde um 500 v. Chr. gefertigt. Bild: dpa

Die Athener Eulen pfeifen es von den Dächern, dass ein drittes Hilfspaket nötig ist. Griechenland wird für die Steuerzahler zum Fass ohne Boden.

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          Die Athener Eulen und Brüsseler und Berliner Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass ein drittes Hilfspaket für Griechenland nötig ist. Spätestens zur Jahresmitte geht dem griechischen Fiskus das Geld aus. Dann müssen größere Kredite und Anleihen getilgt werden. Vielleicht ist Athens Kasse schon früher leer, weil die Steuereinnahmen weit unter den Erwartungen bleiben. Bürger halten Zahlungen zurück und aufgrund der politischen Wirren ist die griechische Wirtschaft abermals in der Rezession.

          Bundesfinanzminister Schäuble wird den Steuerzahlern dann erklären müssen, wie viele Milliarden das dritte Hilfspaket enthalten wird. Als Größenordnung erscheinen 20Milliarden Euro realistisch – zusätzlich zu den 240 Milliarden Euro der ersten beiden Hilfspakete. Noch nie hat ein kleines Land einen so gigantischen Bailout erhalten wie Hellas, das sich mit falschen Zahlen in die Währungsunion gemogelt hat.

          Bislang sind es nur Kredite und Garantien, sagt die Bundesregierung. Richtig teuer wird es, wenn ein Großteil davon abgeschrieben werden muss. Die Kritiker der Rettungspolitik haben stets gewarnt: Griechenland wird für die Steuerzahler ein Fass ohne Boden. So ist es leider.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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