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Kommentar : Ohne Fahrenschon

Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon hat seinen Strafbefehl offenbar über Monate verschwiegen. Dieser Vertrauensschaden scheint nicht zu reparieren.

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          Das Verhältnis zwischen Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon und den anderen Führungsmitgliedern der Sparkassenorganisation ist offensichtlich zerrüttet. Dass Fahrenschon über Jahre keine Steuererklärung abgegeben hat, ist jenseits der konkreten juristischen Bewertung dieses für einen ehemaligen Finanzminister höchst erstaunlichen Verhaltens vermutlich kaum einem Kunden der Sparkassen zu erklären.

          Dass Fahrenschon den aus seinem grotesken Versäumnis stammenden Strafbefehl über Monate gegenüber jenem Gremium verschwiegen hat, das ihm jetzt eine zweite Amtszeit als Sparkassenpräsident gewähren sollte, begründet einen Vertrauensschaden, der irreparabel erscheint.

          So bedauerlich diese Entwicklung für den Sparkassenverband sein mag, der Fahrenschon eigentlich gerne weiterhin an seiner Spitze gesehen hätte: Es hilft jetzt keine lange Vergangenheitsbewältigung, sondern nur der Blick nach vorne. Die Sparkassenorganisation benötigt an ihrer Spitze einen Vertreter, der einwandfreien Leumund, Tatkraft, Verständnis für das Geschäft und die Rolle der Sparkassen und eine gute Vernetzung in der Bundespolitik verbindet. Das ist ein anspruchsvolles Profil.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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