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Forderungen in der Krise : Locker bleiben

Die Wirtschaft verlangt die Rücknahme von Corona-Maßnahmen mit immer größerer Dringlichkeit. Doch vieles wurde bereits gelockert - und eine Explosion der Infektionszahlen würde auch den Unternehmen schaden.

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          Vielen Unternehmen und ihren Verbänden reißt der Geduldsfaden. Offensiv wie nie fordern sie ein rasches Ende des Corona-Lockdowns: Der Industrieverband BDI verlangt einen Plan für das Hochfahren der Wirtschaft und setzt dafür das Ultimatum 6. Mai. Dem Arbeitgeberpräsident geht die Vorsicht bei den Lockerungen zu weit, der Chef eines Mittelstandsverbandes appelliert: „Heben Sie den Lockdown auf, bevor es zu spät ist!“ Angesichts der für viele Unternehmen existenzbedrohenden Verluste ist das nachvollziehbar. Aber welcher Lockdown ist überhaupt gemeint? Abgesehen von Gastronomie und Tourismus, läuft die Wirtschaft ja längst wieder an, Büros werden nach und nach bevölkert, selbst Friseure dürfen wieder öffnen. Die Regierung ist bislang gut damit gefahren, auf medizinische Expertise zu hören und Unternehmen mit finanziellen Hilfen am Leben zu halten. Jetzt gilt es, Kurs zu halten, anstatt auf diejenigen zu hören, die am lautesten schreien. Würde das Kontaktverbot schnell aufgehoben, worauf die Appelle offenbar zielen, könnte eine zweite Ansteckungswelle alle bisherigen Erfolge zunichtemachen. Davon hätte die Wirtschaft am allerwenigsten.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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