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Diesel-Skandal in Britannien : Langer Atem gefragt

  • -Aktualisiert am

Volkswagen muss sich auch in Großbritannien einer Sammelklage stellen. Bild: AFP

Eigentlich könnten die Sammelkläger nach dem Teilerfolg in London guter Dinge sein. Ob sie Geld von Volkswagen erhalten, steht aber frühestens zum Jahresende fest. Wollen britische Diesel-Fahrer noch so lange warten?

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          Wieder einmal findet die Justiz deutliche Worte, um Volkswagen in der Diesel-Affäre abzukanzeln. Als „völlig irrelevant“ und „höchst fehlerhaft“ bezeichnet ein britischer Richter die Argumente, die der Automobilhersteller zu seiner Verteidigung in der Sammelklage von Verbrauchern für sich ins Feld führt. Mit der Teilentscheidung vom Montag steht zumindest fest, dass VW auch auf der Insel gegen die Umweltgesetze verstieß, indem über Jahre hinweg illegale Abschalteinrichtungen in Dieselfahrzeugen verbaut wurden.

          Wie stark der noch nicht rechtskräftige Etappensieg am High Court letztlich für die Entschädigung der britischen Dieselfahrer ins Gewicht fallen wird, müssen die kommenden Monate zeigen. Es ist ein langer Atem gefragt. Denn Volkswagen wird mit Rechtsmitteln gegen die Entscheidung vorgehen. Zudem will sich das Gericht erst jetzt, in einer zweiten Phase, überhaupt mit der Frage der Kausalität und damit dem Thema Schadenersatz beschäftigen.

          Ohnehin scheint den Engländern und Walisern die Lust am Klagen zu vergehen. Trotz großer Werbekampagnen meldeten sich bei 1,2 Millionen betroffenen Fahrzeugen nur rund 100000 Kläger zur Sammelklage an. Zuletzt soll es sogar zu Abmeldungen gekommen sein.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

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