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Daimler-Zahlen : Vorbild für Winterkorn

Es ist noch nicht lange her, da galt Daimler als Krisenfall. Doch der Konzern hat eine Erfolgsformel gefunden: Weniger Kosten, mehr Ruhe. Es wäre die Blaupause für VW-Chef Winterkorn.

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          Manchmal klingen Erklärungen für außergewöhnlich Erfolge ganz gewöhnlich. Gefragt, warum sich der Daimler-Konzern von vielen Widrigkeiten der Autowelt abgekoppelt und selbst in einem dramatisch eingebrochenen Markt wie Russland mehr Mercedes-Modelle verkauft hat, antwortete Finanzvorstand Bodo Uebber am Dienstag in einer Telefonkonferenz: „Wir haben eine starke Marke.“

          Das gilt für den Erfinder des Automobils gewiss seit mehr als hundert Jahren. Nach einigen Jahren der Erfolglosigkeit zahlt es sich für Daimler aber auch aus, in der jüngeren Vergangenheit viele richtige Entscheidungen getroffen zu haben. Abzulesen ist das an einer operativen Rendite von 9,2 Prozent, die nicht mehr weit vom Zielwert 10 Prozent entfernt ist.

          Dabei ist es noch nicht lange her, da galt Daimler als Krisenfall und Konzernchef Dieter Zetsche als Auslaufmodell. Die Kosten waren zu hoch, die Autos zu alt. Mit einer Modelloffensive und einem Kostensenkungsprogramm kehrte Ruhe ein. Zetsches Vertrag ist vor kurzem verlängert worden. Eine starke Marke hat auch Volkswagen, nur verdienen die Wolfsburger damit viel weniger Geld als die Stuttgarter. Wie sich das ändern ließe, dafür liefert Daimler eine gewöhnliche Erfolgsformel: Weniger Kosten, mehr Ruhe. Das wäre die Blaupause für VW-Chef Martin Winterkorn.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

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