https://www.faz.net/-gqe-8qnir

Kommentar : Aus der Dunkelkammer

  • -Aktualisiert am

Chinas Präsident inszeniert sich in Davos als Mann des Freihandels. Seine Politik freilich sieht anders aus. Das bekommen auch deutsche Unternehmen zu spüren.

          1 Min.

          Wie erwartet hat der chinesische Präsident in Davos den Anwalt für Freihandel und Globalisierung gegeben. Xi Jinping verglich Protektionismus poetisch mit einer „Dunkelkammer, wo es möglicherweise weder Wind noch Regen gibt, aber eben auch weder Luft noch Licht.“ Wer wüsste besser als der Kommunist Xi, welche Wirtschaftswunder möglich sind, wenn sich eine Nation auch nur begrenzt für Handel öffnet und offene Märkte vorfindet.

          In China ist die Erinnerung an die Jahre in der ökonomischen Dunkelkammer lebendiger als anderswo; immer noch müssen Millionen Chinesen in den Markt integriert werden. Als Freihandelsbotschafter hatte Xi die große Bühne diesmal für sich. Amerikas Präsident in spe ließ der Abschottung das Wort reden und die Kanzlerin hat im Wahljahr wenig Interesse an plakativen Auftritten, die deutschen Freihandelsphobikern Zulauf verschaffen.

          So hat Merkel die Chance verpasst, Xi mit dem Bild vom „Glashaus“ zu antworten. Denn während Chinas Investoren hierzulande fast ungehindert Zugang haben, sehen sich deutsche Unternehmen in China vielfach ausgebremst. Glaubhaft wird Xi als Freihandelsfreund nicht durch Worte, sondern durch Taten.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Holocaust-Gedenken in London am Montag

          Holocaust-Gedenken : Die unerträgliche Rückkehr des Antisemitismus

          Kokett kommt der Antisemitismus in unserer Gesellschaft wieder daher und entlädt sich mit mörderischem Hass. In vielen Ländern steigt die Zahl judenfeindlicher Straftaten – das ist die traurige Wahrheit.
          Viel zu erzählen: Bolton, Pompeo und Trump im Oval Office im Februar 2019

          Ukraine-Affäre und Impeachment : Das fehlende Bindeglied

          Trumps Verteidiger fordern im Impeachment-Prozess Beweise. Da gelangen Teile von Boltons Buchmanuskript an die Öffentlichkeit und bringen Trump in Bedrängnis. Das Weiße Haus reagiert umgehend.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.