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Kommentar : Wohnen mit Aldi

Aldi ist auf Baugenehmigungen der Bezirke angewiesen. Bild: EPA

Aldi sichert sich Verkaufsfläche in hoch frequentierten Lagen – und holt sich nebenbei die Kundschaft direkt unters eigene Dach. Ein kluger Schachzug.

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          Neue Wege müssen die Lebensmitteleinzelhändler beschreiten, wenn es um ihre Standortstrategie geht. In den Großstädten wird der Druck durch die Politik immer größer. Die eingeschossigen Supermarktfilialen sind nicht mehr gewollt. In Zeiten der Wohnungsknappheit verschwenden sie zu viel Platz.

          Gerade Metropolen wie Berlin sind gezwungen, ihre Flächen effizienter zu nutzen. Discounter wie Aldi Nord wiederum streben nach größeren Läden, um im Wettbewerb mit den wiedererstarkten Supermärkten ihre Attraktivität zu erhöhen. Damit sie in den Innenstädten ihre Pläne für Erweiterungen oder neue Standorte überhaupt noch umsetzen können, müssen die Unternehmen den Stadtverwaltungen entgegen kommen. Neue Wohnungen gegen Baugenehmigungen – so lässt sich das Geschäft vereinfacht gesagt auf den Punkt bringen.

          Ganz neu sind Kombinationen aus Supermärkten und Wohnungen freilich nicht. Auch Wettbewerber wie Lidl haben schon Filialen mit Wohnbebauung eröffnet. Vor dem Hintergrund der geplanten Filialmodernisierung prescht Aldi Nord bei dem Thema jetzt gezwungenermaßen vor. Ein kluger Schachzug. Die Essener sichern sich mehr Verkaufsfläche in hochfrequentierten Lagen – und holen sich nebenbei die Kundschaft direkt unters eigene Dach.

          Christine Scharrenbroch

          Freie Autorin in der Wirtschaft.

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