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Kommentar : Wo Volkswagen irrt

Alles werde aufgeklärt, hat VW vollmundig versprochen. Jetzt aber versteckt man sich hinter dem Bericht an die amerikanischen Behörden. Viel scheint sich nicht geändert zu haben.

          Alle firmeninternen Ergebnisse zur Aufklärung des Abgasskandals bei Volkswagen seien in die Dokumentation der amerikanischen Justizbehörden eingeflossen. Mehr gebe es nicht zu sagen, heißt es in Wolfsburg. Wirklich nicht? Wo sind sie geblieben, die vollmundigen Bekenntnisse, VW werde offener und transparenter? Nichts werde unter den Tisch gekehrt, haben die Manager immer wieder versprochen.

          Kunden und Anleger sollten so schnell wie möglich und umfassend über Ursachen des Skandals und die für den Betrug Verantwortlichen informiert werden. Und jetzt – versteckt sich VW hinter den amerikanischen Justizbehörden. Ein Schelm, wer da auf die Idee kommen könnte, dass sich so sehr viel nicht geändert hat bei Volkswagen.

          Glauben Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und Vorstandsvorsitzender Matthias Müller wirklich, sie könnten die Aufklärung des Skandals mit dem „Statement of Facts“, das sie mit den Amerikanern ausgehandelt haben, zu den Akten legen? Noch ermitteln die Staatsanwälte in Braunschweig. Und Washington hat bestimmt auch noch die eine oder andere Frage. Aber das wusste man in Wolfsburg, als man vollmundig schnelle und umfassende Aufklärung versprach. Zu glauben, schon bald werde niemand mehr weitere Fragen stellen, könnte sich als fataler Irrtum erweisen.

          Nach dem Manipulationsskandal befindet sich VW in der tiefsten Krise des Unternehmens. Öffnen
          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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