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Kommentar : Winkelzüge um die WAZ

  • -Aktualisiert am

Schachspiel: Springer hat einen Fuß in die Tür bei der WAZ-Gruppe gestellt. Doch ein vollständige Übernahme wird ohne Verkäufe von Beteiligungen nicht kommen.

          Im Schachspiel zieht der Springer nicht gradlinig zum Ziel. Gleiches kann man dem Springer-Verlag mit Blick auf sein Angebot zum Erwerb von Beteiligungen der WAZ-Mediengruppe unterstellen. Schließlich sind die dort am Rande erwähnten Stamm-Zeitungen das Attraktivste der Gruppe: WAZ, NRZ und Westfälische Rundschau erreichen die meisten Leser in Nordrhein-Westfalen.

          Einer der beiden Gründer-Stämme der WAZ hat zwar schnell Desinteresse an dem Springer-Angebot verkündet. Aber welchen Wert hat diese Erklärung? Denn über die zweite Hälfte des WAZ-Kapitals wacht ein Testamentsvollstrecker. Der ist gegenüber den jungen Gründer-Enkeln verpflichtet, das milliardenschwere Angebot zu prüfen. Und die waren schon für weniger Geld zum Verkauf ihrer Anteile bereit. Diesen Bruch nutzt Springer geschickt.

          Eine vollständige Übernahme der WAZ-Gruppe ohne diverse Verkäufe von Beteiligungen wird zwar schon wegen der zu erwartenden Auflagen des Kartellamts nicht kommen. Aber Springer hat einen Fuß in die Tür gestellt. Öffnet sich diese weiter, darf man darauf gespannt sein, wie das Kartellamt in der heutigen Medienwelt relevante Märkte definiert.

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