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Kommentar : Wenn das Bargeld lacht

Die Gesetze für Barzahlungen werden immer strenger. Für all das gibt es Begründungen. Doch der Staat muss aufpassen, dass er es nicht übertreibt.

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          Das Bargeld hat im Moment einen schweren Stand. Die Ausgabe neuer 500-Euro-Scheine wird eingestellt. Zudem denkt die Europäische Union über eine Obergrenze für Barzahlungen von 5000 Euro nach. Und seit Montag dürfen zumindest anonyme Bargeld-Geschäfte nur noch bis 10.000 statt wie bisher bis 15.000 Euro abgeschlossen werden.

          Für all das gibt es immer Begründungen. Insbesondere die Geldwäsche und die Terrorfinanzierung sollen bekämpft werden, indem der Staat die Geldbewegungen stärker kontrolliert. Nun ist die Bekämpfung von Kriminalität zweifellos ein wichtiges Anliegen. Gleichwohl muss der Staat aufpassen, dass er es nicht übertreibt. Gerade die Deutschen hängen sehr am Bargeld. Das hat spätestens die Debatte um die Abschaffung des Fünfhunderters gezeigt.

          Auch alle Bemühungen der Banken, ihren Kunden durch zusätzliche Gebühren am Geldautomaten den Spaß am Bargeld zu verleiden, haben wenig gefruchtet. Die meisten Leute nehmen durchaus gern die Annehmlichkeiten der Kartenzahlung im Handel, im Restaurant oder im Hotel in Anspruch. Aber die Möglichkeit, auf Wunsch auch bar zahlen zu können, muss ihnen weiter offen bleiben.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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