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Kommentar : Weniger Banken

Die niedrigen Zinsen setzen Banken und Sparkassen in Deutschland unter Druck. Stark steigende Zinsen wären aber auch ein Problem. Es gibt nur eine Lösung.

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          Die niedrigen Zinsen stellen für die Banken und Sparkassen in Deutschland eine Belastung dar, weil die Kreditinstitute in ihrer großen Mehrzahl sehr stark vom Zinsgeschäft abhängig sind. Aber während die niedrigen Zinsen die Ertragskraft allmählich erodieren, würde ein kräftiger Zinsanstieg innerhalb kurzer Zeit die Branche noch viel stärker belasten. Dann dürften nicht wenige Banken in ernste Schwierigkeiten geraten.

          Wie realistisch ist ein solches Szenario? Die Antwort lautet: Es spricht in absehbarer Zeit kaum etwas dafür. Solange die Inflation nicht ins Laufen kommt, werden die Marktzinsen am langen Ende nicht deutlich steigen und die Notenbanken keinen Anlass sehen, die kurzfristigen Zinsen kräftig zu erhöhen.

          Insofern werden sich die Banken und Sparkassen darauf einstellen müssen, dass die Zinsen noch auf absehbare Zeit niedrig bleiben werden. Die Hoffnung, rückläufige Zinserträge durch steigende Erträge aus Gebühren auszugleichen, ist trügerisch.

          Denn: Die Deutschen sind auch nach mehreren Jahren mit niedrigen Zinsen kein Volk begeisterter Wertpapieranleger geworden. Da bleibt nur eine straffe Kontrolle der Kosten. Sie wird zu weiteren Zusammenschlüssen führen.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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