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Kommentar : Weiter Weg für Tsipras

  • -Aktualisiert am

Schon zum Auftakt des Wahlkampfes in Griechenland zeigt Tsipras deutlich, wie weit er noch von der Grundidee der europäischen Griechenland-Retter entfernt ist. Er will die privaten Unternehmer nicht, er will lieber den Staat.

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          Im bevorstehenden Wahlkampf wird Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras alle wiederverwendbaren Elemente seiner alten Rhetorik hervorholen. „Wir sind verpflichtet, dafür zu kämpfen, dass die negativen Konsequenzen der Verträge minimiert werden“, sagte Tsipras schon zum Auftakt.

          Damit verrät der griechische Linkspopulist, wie weit er noch von der Grundidee der europäischen Griechenland-Retter entfernt ist. Die wollen Griechenland mit Krediten und Reformauflagen umstrukturieren, damit diese Volkswirtschaft auf eigenen Beinen stehen kann. Tsipras identifiziert sich nicht mit dieser These, auch nicht mit der Grundannahme, dass für wirtschaftliches Wachstum vor allem private Investitionen nötig sind.

          Tsipras will lieber mehr Staat

          Sicher würde vor allem kräftiges Wirtschaftswachstum helfen, die schmerzhaften Folgen der dazu nötigen Reformen zu mildern. Doch in der Ideologie von Tsipras werden die privaten Investoren, also die Unternehmer, vor allem als Ausbeuter und Feinde der Gesellschaft dargestellt.

          Tsipras und seine Linkspartei Syriza wollen lieber mehr Staat und mehr öffentliche Ausgaben. Damit werden weder Tsipras noch Griechenland lange überleben.

          Tobias Piller
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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