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Kommentar : Weise Ruheständler

  • -Aktualisiert am

Franz Müntefering und Gerhard Schröder sind in der SPD zu wichtigen Stimmen der Vernunft geworden. Aber sie sind in der Minderheit. Denn die rot-grün-rote Koalition lockt.

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          Opposition ist Mist“, lautet ein legendärer Spruch des früheren SPD-Parteivorsitzenden Franz Müntefering. Genausogut könnte man sagen: „Das Altenteil verschafft Meinungsfreiheit.“ Denn so deutlich, wie Müntefering dies jetzt tut, hätte er sich wohl kaum gegen die Rentenpolitik seiner eigenen Partei gewandt, wenn er noch immer im aktiven Politikbetrieb verankert wäre. So gesehen hat zumindest die innerparteiliche Opposition ihr Gutes.

          Ganz ähnlich geht es seinem Vorgänger Gerhard Schröder: Unverhohlen bezeichnet er nun den Ausstieg aus der Kernkraft – für seine Partei ein lang gehegter Herzenswunsch – als überhastet. Verbraucher und Industrie würden über die Kosten revoltieren, gibt er zu bedenken und warnt vor „gesellschaftlichen Verwerfungen“.

          Dass solche Stimmen der Vernunft in der SPD in der Minderheit sind, hängt mit der Öffnung der Partei nach Links zusammen – die rot-grün-rote Option lockt, wie Parteichef Sigmar Gabriel deutlich gemacht hat. Es zeigt aber auch, wie schwer Realpolitiker es stets gegen das Wunschdenken von Ideologen haben. Denn auch im linken Spektrum gibt es Populisten, die im Schielen auf Wählerstimmen die Wirklichkeit ignorieren.

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