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Kommentar : Warum Lagarde?

  • -Aktualisiert am

Folgt sie auf ihn? Christine Lagarde (rechts) mit Dominique Strauss-Kahn Bild: dpa

Selbst die Bundesregierung sieht Frankreichs Finanzministerin als Wunschkandidatin für den IWF an. Warum eigentlich? Sie ist die Haupt-Advokatin ungebremster Staatshilfe. Warum hilft Deutschland nicht einer marktwirtschaftlichen Stimme?

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          Der folgerichtige Rücktritt von Dominique Strauss-Kahn als Chef des Internationalen Währungsfonds holt die Nachfolgesuche aus den Hinterzimmern der Regierungen. Das erlaubt eine offenere Debatte über die Kandidaten und die Qualität des wirtschaftspolitischen Rats, mit dem sie die Behörde prägen könnten.

          Und da erstaunt es schon, dass selbst die Bundesregierung die französische Finanzministerin Christine Lagarde als Wunschkandidatin der Europäer ansieht und fördert. Warum eigentlich Lagarde?

          Der Ministerin mit dem ausgeprägten Hang zum Interventionismus verdankt Deutschland die krude Empfehlung, seine Exportstärke durch höhere Löhne zu dämpfen, sich quasi der Wettbewerbsfähigkeit durch staatliche Eingriffe in die Lohnpolitik zu berauben. Lagarde steht in der französischen Tradition, im Zweifel für mehr Koordination als für mehr Wettbewerb zu sprechen. Sie ist die Haupt-Advokatin ungebremster Staatshilfe, private Kreditgeber will sie an der Rettung zahlungsunfähiger Euroländer nicht beteiligen.

          Jean-Claude Juncker mit Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde

          Sind das wirklich Positionen, die den Weg aus der Schuldenkrise weisen? Warum verhilft Deutschland nicht einer marktwirtschaftlichen Stimme an die Spitze des IWF?

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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