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Waffenhandel : Walmart zeigt Mut

Vor rund einem Monat war es in einer Filiale im texanischen El Paso zu einem Massaker gekommen, bei dem 22 Menschen starben. Bild: AP

Der Einzelhandelsriese Walmart will sein Waffenangebot nach den jüngsten Massakern in Amerika weiter einschränken. Gut so!

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          Für den amerikanischen Handelskonzern Walmart gehören Waffen traditionell zum Stammsortiment. Gründer Sam Walton war ein leidenschaftlicher Jäger, und für viele Amerikaner ist es völlig normal, neben Waschmitteln oder Butter bei Walmart auch Waffen und Munition einzukaufen. Der Konzern hat zwar in den vergangenen Jahren den Waffenverkauf eingeschränkt und mit Restriktionen verbunden, blieb aber ein bedeutender Anbieter.

          Wenige Wochen nach einem Amoklauf in einer seiner Filialen kündigt er nun aber an, sein Waffengeschäft drastisch zurückzufahren. Nicht nur das: Vorstandschef Doug McMillon mischt sich öffentlichkeitswirksam in die Waffendebatte ein und fordert den Präsidenten Donald Trump und andere Politiker zur Verschärfung der Waffenkontrolle auf.

          Für ein Unternehmen wie Walmart, das einen sehr breiten Kundenkreis bedient, ist das ein mutiger Schritt. Zwar ist heute tatsächlich eine Mehrheit der Amerikaner für strengere Waffengesetze, aber die Gegenseite ist wortgewaltig, und im Twitter-Zeitalter kommt es schnell zu Boykottaufrufen. Doch um glaubwürdig zu sein, kommt McMillon wohl nicht umhin, Position zu beziehen. Schließlich hat er gerade mit anderen Konzernchefs neue Prinzipien für Unternehmen verkündet, nach denen das Wohl der Aktionäre nicht mehr über allem stehen soll.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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