https://www.faz.net/-gqe-8vvxt

Kommentar : VW an Chinas Tropf

  • -Aktualisiert am

VW gibt sich selbstbewusst, ja geradezu selbstherrlich. Doch der Gewinn der Kernmarke ist im internationalen Vergleich geradezu lächerlich.

          Die jüngsten Zahlen aus dem aus unerfindlichen Gründen wieder selbstbewusst auftretenden Volkswagen-Konzern zeigen deutlich: Ohne China ginge für den Autohersteller aus Wolfsburg mit seinen ineffizienten Strukturen und der Kultur eines Volkseigenen Betriebs unter der Führung eines selbstherrlichen Ko-Vorstandsvorsitzenden in Gestalt des Gesamtbetriebsratschefs Bernd Osterloh nur wenig.

          In China erzielt Volkswagen nach Informationen der F.A.Z. eine Rendite von 17 bis 18 Prozent: 8 Milliarden Ergebnis auf 50 Milliarden Euro Umsatz. Wegen der Gemeinschaftsunternehmen mit den Chinesen verschwindet diese so wichtige Zahl allerdings sang- und klanglos im Finanzergebnis von VW. Darüber hinaus bleibt für die Kernmarke VW mit ihrem Umsatz von 105 Milliarden Euro am Ende nur eine Rendite von mageren knapp 2 Prozent übrig.

          Dieser Gewinn ist im internationalen Konkurrenzvergleich viel zu niedrig, auf einem geradezu lächerlichen Niveau. Das Ziel, die Rendite auf 4 Prozent anzuheben, erscheint mit Blick auf die Zahlen aus China wenig ambitioniert. Und dennoch gibt es darum so viel Theater, steht gar das zuständige Vorstandsmitglied zur Disposition. Die Gewerkschaft sollte sich überlegen, was sie bei VW für ein Spiel spielt: Selbstbewusstsein ist gut und schön, aber ein Grund dafür wäre besser.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Mays Rücktritt : Ein bitterer Abschied

          Theresa May hatte mit dem Brexit nur eine Aufgabe und ist an ihr gescheitert. May, die zu Beginn ihrer Amtszeit mit Margret Thatchers verglichen wurde, dürfte als respektierte, aber glücklose Premierministerin in die Geschichte eingehen.

          Bayern München : Die Frage aller Fragen lässt Kovac abperlen

          Bayern München hat am Samstag im DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig die Chance aufs Double. Aber gerade der ehemalige Frankfurter Trainer weiß um die Chancen von Außenseitern. Spannender ist aber nach wie vor die Zukunft von Trainer Niko Kovac.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.