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Kommentar : Warten auf den großen Wurf

Die Geschäftswelt ist von der neuen österreichischen Regierung aus Konservativen und Rechtspopulisten begeistert. Aber vollmundige Ankündigungen gab es auch früher schon.

          Seit Jahren wartet Österreichs Wirtschaft auf den großen Wurf. Ist er das jetzt? In der Geschäftswelt stößt die künftige Regierung aus ÖVP und FPÖ auf ein begeistertes Echo. Von besonderer „Fachkompetenz“ ist da die Rede sowie davon, dass Österreich zu den „Top-Standorten“ aufschließen könne.

          Tatsächlich verspricht das Programm, Blockaden aufzubrechen und das Land bis 2022 wettbewerbsfähiger zu machen. Etwa dadurch, dass die sechsthöchste Abgabenquote der Welt auf den EU-Durchschnitt fallen soll. In einem ersten Schritt will Schwarz-Blau neue Kinderfreibeträge beschließen und die Übernachtungsteuern im Tourismus senken. Doch an solchen Ankündigungen hat es auch früher nicht gemangelt.

          Zuletzt wurde der SPÖ-Kanzler und ehemalige Bahn-Manager Christian Kern von der Wirtschaft gefeiert, bis er schnell an linken Beharrungskräften scheiterte. Der künftige Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) könnte es besser machen. Er ist den Bremsern in seinem Lager, den Länderfürsten und schwarzen Lobbyisten, früh in den Arm gefallen. Dennoch ist Vorsicht geboten: Erfolge sollte man feiern, wenn sie sich einstellen. Heilsbringer sind in der Weihnachtszeit andere.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

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