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Kommentar : Vorteil Tsipras

Es ist noch lange nicht klar, wie der Nervenkrieg zwischen Athen und den Euro-Staaten ausgeht. Doch der Konflikt ist jetzt dort, wo der griechische Ministerpräsident ihn immer haben wollte: auf der Chefebene.

          Es ist noch lange nicht klar, wie der seit Monaten andauernde Nervenkrieg zwischen der Athener Links-Rechts-Regierung und den Euro-Staaten ausgeht. Fest steht aber, dass Ministerpräsident Alexis Tsipras nun einen wesentlichen Teilerfolg errungen hat. Der Konflikt ist jetzt dort, wo er ihn immer haben wollte: auf der Chefebene.

          Immer wieder hat Tsipras von der Notwendigkeit einer „politischen“ Einigung geredet, einem Kompromiss, dessen Details nicht so wichtig sind. Die Pfennigfuchser der Ex-Troika, vor allem die des Internationalen Währungsfonds, haben Tsipras immer nur mit Forderungen nach Reformen und mit haushaltspolitischen Zahlenvorgaben genervt. Die Euro-Finanzminister sind der trockenen ökonomischen Argumentation der drei Gläubiger-Institutionen zum Ärger Athens weitgehend gefolgt, indem sie die Auszahlung weiterer Kredite an die Verwirklichung der bisherigen Programmvorgaben geknüpft haben.

          Da ist es aus Tsipras’ Sicht gut, dass es die Euro-Großpolitiker Merkel, Hollande und Juncker gibt. Diese waren und sind weniger kleinlich; sie streben den bedingungslosen Verbleib Griechenlands im Euroraum an. Kein Wunder, dass Tsipras lieber mit ihnen redet.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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