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Kommentar : Virus in Amerika

Der amerikanische Heimatschutz hat alle Bundesbehörden angewiesen, sämtliche Virenschutz- und Sicherheitssoftware des russischen Unternehmens Kaspersky Labs von ihren Computern zu entfernen. Reiner Protektionismus!

          Natürlich handelt es sich um reinen Protektionismus: Der amerikanische Heimatschutz hat alle Bundesbehörden angewiesen, innerhalb von 90 Tagen sämtliche Virenschutz- und Sicherheitssoftware des russischen Unternehmens Kaspersky Labs von ihren Computern zu entfernen. Der Grund: Angeblich eröffnet die installierte Sicherheitssoftware Kaspersky Zugang zu hochsensiblen Daten, der für bösartige Cyberattacken genutzt werden könne. Kurz zuvor hatte ein großer amerikanischer Einzelhändler die Software aus denselben Gründen aus den Regalen genommen.

          Unterstellen kann man dem russischen Unternehmen und seinem Gründer zwar alles Mögliche. Mit Beweisen wird es schon schwieriger, das ist ähnlich wie bei chinesischen Technikkonzernen wie Huawei. Anders formuliert: Bis zum Beweis des Gegenteils sind alle Vorwürfe aus der Luft gegriffen.

          Aber Russland ist aus politischen Gründen in Washington gerade nicht wohlgelitten. Außerdem sind die Amerikaner auf dem Gebiet der Sicherheitssoftware nicht so gut aufgestellt wie auf anderen Feldern der IT – insofern ist das Ganze auch industriepolitisch leicht zu durchschauen. Bei aller Liebe zu den Vereinigten Staaten: Wer in dem Land Geschäfte macht, muss auf der Hut sein. Auch deshalb wäre ein Freihandelsabkommen mit belastbaren Freiheiten und Regeln eine wirklich gute Sache gewesen.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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