https://www.faz.net/-gqe-82xuf

Kommentar : Vertrauensschutz

  • -Aktualisiert am

Was sollen deutsche Unternehmen von einer Regierung halten, deren Sicherheitsbehörden ihnen Vorschläge zum Schutz gegen Cyberattacken machen – um sie dann womöglich mit Hilfe dieser Institutionen auszuspähen?

          1 Min.

          Niemand glaubt, dass deutsche Unternehmen nicht von ausländischen Mächten ausspioniert werden. Sie sind zu innovativ, zu gut und zu wichtig, als dass Wettbewerber nicht der Versuchung erliegen könnten, mit unlauteren Methoden Einblicke zu erlangen. Doch die Frage nach dem heimlichen Abhören hat seit einigen Tagen eine neue Brisanz bekommen: Haben deutsche staatliche Stellen anderen, den Amerikanern, geholfen, illegal Geheimnisse europäischer Unternehmen abzufischen?

          Man muss nicht die Kanzlerin persiflieren, um entrüstet festzustellen: „Abhören von Freunden, das geht gar nicht.“ Es liegt in der Natur der geheimdienstlichen Sache, dass der Regierung Auskünfte zu den Vorwürfen schwerfallen. Doch muss sie bald befriedigende Antworten geben.

          Es geht nicht nur um unbelegte Spionagevorwürfe. Was sollen die deutschen Unternehmen von einer Regierung halten, die sie zur Digitalisierung ermutigt und deren Sicherheitsbehörden ihnen Vorschläge zum Schutz gegen Cyberattacken machen - um sie dann womöglich mit Hilfe dieser Institutionen auszuspähen? Die Vorstellung vom Schlüsselmacher als potentiellem Dieb ist keine vertrauensbildende Maßnahme.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Panik am Holzmarkt

          FAZ Plus Artikel: Zunehmende Knappheit : Panik am Holzmarkt

          Auf Baustellen wird das Holz knapp. Sägewerke kommen nicht mehr nach, Amerikaner zahlen das Dreifache – und das „Käferholz“ wandert containerweise nach China. Klar ist nur eins: Bauen wird teurer.

          Topmeldungen

          Im rheinland-pfälzischen Wissen wird Fichtenholz zum Transport nach China in Überseecontainer verladen.

          Zunehmende Knappheit : Panik am Holzmarkt

          Auf Baustellen wird das Holz knapp. Sägewerke kommen nicht mehr nach, Amerikaner zahlen das Dreifache – und das „Käferholz“ wandert containerweise nach China. Klar ist nur eins: Bauen wird teurer.
          Besucher vor dem Logo der Winterspiele.

          Olympia-Boykott in China? : Spiel mit dem Feuer

          Boykott der Winterspiele 2022 in Peking oder nicht? Die einen nutzen den Krawall, andere wollen die Beziehung zu Wirtschaftsmacht China nicht gefährden. Was hinter alldem steckt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.