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Kommentar : Unfaire Rentenpolitik

Die Parteien geben vor, Armutsprobleme künftiger Rentnergenerationen lösen zu wollen – und verteilen noch nicht erwirtschaftetes Geld mit vollen Händen an die heutige Generation 50plus.

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          Prognosen sind nicht die Wirklichkeit. Und wenn es um Geld oder gar die Rente geht, sollte man ihnen besser nicht centgenau vertrauen. Sie können aber Entwicklungen anschaulich machen, die sonst schwer zu fassen sind.

          Was die Prognos AG nun zu den bisher bekannten Rentenplänen der Parteien ausgerechnet hat, macht greifbar, was im Wahlkampf vor sich geht. Ob links oder rechts der traditionellen Mitte: Die Parteien geben vor, Armutsprobleme künftiger Rentnergenerationen lösen zu wollen – und verteilen noch nicht erwirtschaftetes Geld mit vollen Händen an die heutige Generation 50plus.

          Wer heute noch am Anfang seines Arbeitslebens steht, wird dafür zahlen müssen, mehr als er selbst jemals durch zusätzliche Rentenansprüche herausbekommen wird. In einer Hinsicht ist die Prognos-Darstellung aber ungerecht: Sie rückt zwar die SPD in ein sehr schlechtes und die CSU in ein schlechtes Licht, sagt aber nichts über die größte Partei, die CDU.

          Deren Pläne lassen sich schlicht nicht auswerten, weil sie in Sachen Rente nicht konkret wird. Klar ist aber wohl: Wer CDU wählt, bekommt auf jeden Fall die CSU-Pläne und noch eine unbestimmte Menge SPD-Rentenpolitik dazu.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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