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Kommentar : Und täglich grüßt Uber

  • -Aktualisiert am

Uber dehnt mit seiner Software, die Kontrolleure und ungeliebte Fahrgäste fernhalten soll, mal wieder die Grenze des moralisch Vertretbaren. Noch schadet das dem Unternehmen kaum.

          Was kommt als Nächstes? Die Negativschlagzeilen um den Fahrtenvermittler Uber reißen nicht ab: Innerhalb weniger Wochen wirft eine frühere Mitarbeiterin ihrem einstigen Vorgesetzten sexuelle Belästigung vor, verklagt die Alphabet-Tochtergesellschaft Waymo das Unternehmen wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen und muss Mitgründer Travis Kalanick nach einem für ihn unvorteilhaften Video kleinlaut eingestehen, dass er als Führungskraft Hilfe benötigt.

          Nun soll das Unternehmen auch noch eine Software eingesetzt haben, um nicht nur als gewalttätig bekannte Fahrgäste, sondern auch städtische Kontrolleure von seinen Fahrern fernzuhalten. Ob das legal ist, muss sich noch zeigen. Sicher ist, dass das mit rund 70 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen aus dem Silicon Valley mindestens die Grenzen des moralisch Vertretbaren wieder einmal bis zum Krachen ausdehnt.

          Erstaunlicherweise konnte das Uber bislang wenig anhaben. Was aus deutscher Sicht manchmal nicht nachvollziehbar ist: In anderen Ländern ist das Angebot durchaus beliebt und gilt als gute Alternative zum klassischen Taxi. Doch muss das Unternehmen aufpassen, über all die unrühmlichen Nachrichten die Sympathien nicht zu verspielen – das gilt für die Kunden wie für die Investoren. Die ersten haben schon beklagt, wie wenig sich trotz aller Beteuerungen bislang geändert hat.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

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