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Kommentar : Der unbequeme Dollar

Mächtige Währungshüter: Die amerikanische Notenbank entscheidet über den Dollar. Bild: AP

Der Vorschlag von Bundesaußenminister Heiko Maas wird Donald Trump keine schlaflosen Nächte bereiten. An einer Gefahr kommt aber auch der amerikanische Präsident nicht vorbei.

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          Der Vorschlag von Bundesaußenminister Heiko Maas, Europa solle im internationalen Zahlungsverkehr ein höheres Maß an Autonomie gegenüber den Vereinigten Staaten anstreben, wird Donald Trump keine schlaflosen Nächte bereiten. Die führende Rolle des Dollars als global genutzter Währung für Zahlungen, Finanzierungen und Kapitalanlagen ließe sich nicht durch ein neues europäisches System zur Abwicklung von Zahlungen erschüttern.

          Aber falls Präsident Trump über die Folgen seines Redens, Drohens und Handelns nachdenken sollte, müsste ihm auffallen, dass mittlerweile in vielen Ländern Stimmen zu hören sind, die sich an der globalen Rolle des Dollars stören. Das bedroht die Funktion des Dollars als Weltwährung weder heute noch morgen. Aber manchmal setzen auch kleine Ereignisse langfristige Prozesse in Gang, deren Wucht am Ende die Menschen überrascht.

          Euro und Yuan müssten attraktiver werden

          Bei Lichte besehen, steht die Macht des Dollars an den internationalen Finanzmärkten in keinem Verhältnis zur sicherlich beeindruckenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Macht der Vereinigten Staaten. Nicht wenige Länder importieren nur wenige Güter aus Amerika, wickeln aber mehr als die Hälfte ihres Außenhandels in der amerikanischen Währung ab, weil sich der Dollar vor Jahrzehnten als dominierende Handelswährung auf dem Globus etabliert hat. Dies ist ebenso wenig gottgegeben wie die Tatsache, dass nahezu der gesamte Handel mit Rohöl auf der Welt in Dollar abgewickelt wird.

          Die Macht des Dollars gründet zu einem nicht geringen Teil auf den sich selbst verstärkenden Verbundeffekten, die sich aus seinen Rollen als globaler Währung für Zahlungen, Finanzierungen und Kapitalanlagen ergeben. Wer den Dollar im Ausland als Zahlungsmittel nutzen will, benötigt häufig auch Finanzierungen in der amerikanischen Währung. Und wer im Ausland Dollar als Zahlungsmittel erhält, legt sie nicht selten an den amerikanischen Kapitalmärkten an.

          Die Ökonomen Gita Gopinath und Jeremy Stein haben sich in lehrreichen Arbeiten mit dieser Hegemonie befasst, die sie auf mittlere Sicht für intakt, auf längere Sicht aber für angreifbar halten. Eine Erosion der Macht droht aus ihrer Sicht für den Fall, dass die Vereinigten Staaten im Wettbewerb um Exportmärkte relativ zu anderen großen Ländern weiter verlieren und die Rolle des Dollars als führender Handelswährung zunächst allmählich herausgefordert werden sollte.

          Man möchte ergänzen: Dafür aber müssten der Euro und der Yuan selbst erst noch attraktiver werden.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

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