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Strafzölle-Kommentar : Trumps Ignoranz als Chance für die EU

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström auf dem Weg, um über Schutzzölle auf amerikanische Waren zu beraten. Bild: dpa

Die Handelskrise sollte man auch als Chance begreifen, die EU weniger protektionistisch zu machen.

          Der internationale Handel ist kein Nullsummenspiel, in dem der Verlust des einen der Gewinn des anderen ist. Handel produziert unablässig Gewinner an beiden Enden jedes Geschäfts. Zölle schaden, weil sie Geschäfte verderben und Wettbewerb verzerren. Das wurde Präsident Donald Trump bisher ebenso geduldig wie vergeblich erklärt.

          Doch auch die Europäische Union braucht Nachhilfeunterricht. Wenn Zölle schlecht sind, dann gilt das auch für die Zölle der EU und für die angedrohten Vergeltungsschläge. Der Impuls, dem disruptiven Zündler aus dem Weißen Haus nicht nachgeben zu wollen, ist nachvollziehbar, aber nicht konstruktiv. Die deutsche Regierung sollte in Brüssel stattdessen eine Senkung der eigenen Zölle durchsetzen. Sie sind letztlich nichts anderes als Steuern für Europas Bürger.

          Was hat Deutschland schon zu befürchten, wenn der EU-Importzoll auf amerikanische Autos von aktuell 10 Prozent auf jene 2,5 Prozent gesenkt würde, die BMW, Mercedes und Co. für ihre Lieferungen nach Amerika berappen müssen? Trumps Ignoranz ist der Ausgangspunkt der Handelskrise. Trotzdem darf man sie als Chance begreifen, die EU weniger protektionistisch zu machen.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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