https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-strafen-wirken-14868058.html

Kommentar : Strafen wirken

Hartz IV soll vor dem Fall ins Bodenlose schützen. Doch haben Empfänger auch die Pflicht die Abhängigkeit schnellstmöglich zu beenden. Auch Strafen erfüllen hierbei ihren Zweck.

          1 Min.

          Strafen bringen junge Erwerbslose dazu, schneller eine Arbeit aufzunehmen. Diese Daten der Bundesagentur für Arbeit lenken eine bisweilen verquer laufende Debatte in die richtigen Bahnen. Das Arbeitslosengeld II – früher Sozialhilfe genannt und im Volksmund als „Hartz IV“ bekannt – stellt einen wichtigen Pfeiler des deutschen Sozialstaats dar.

          Die Solidarleistung aus Steuermitteln schützt Langzeitarbeitslose vor dem Fall ins Bodenlose und befriedet damit die Gesellschaft – Amerika kennt so etwas nicht. Gerne vergessen wird jedoch, dass die Empfänger verpflichtet sind, die Abhängigkeit aus eigener Kraft schnellstmöglich zu beenden. Gerade für junge Hartz-IV-Bezieher gilt: Jeder Tag Arbeitslosigkeit ist einer zu viel. Um „Hartz-Karrieren“ zu vermeiden, ist eine rasche Beschäftigung entscheidend und angesichts der guten Arbeitsmarktlage auch realistisch.

          Erst am Ende der Kette steht die Sanktion. Wer mutwillig Termine im Jobcenter versäumt oder zumutbare Tätigkeiten ablehnt, bekommt folgerichtig vorübergehend weniger Geld. Wie die Untersuchung der Arbeitsagentur belegt, rechnen viele Betroffene beim nächsten Mal nach, ob sie sich ihr Verhalten leisten können.

          Sven Astheimer
          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Weitere Themen

          Der China Reduction Act

          Habeck in Washington : Der China Reduction Act

          Wirtschaftsminister Habeck ist zu Gesprächen in Washington. Es geht um die amerikanische Subventionsoffensive und wie europäische Unternehmen stärker davon profitieren können. Der Plan dahinter reicht aber noch weiter.

          „Gefährliche US-Schulden“

          Sparplan der Republikaner : „Gefährliche US-Schulden“

          Die Republikaner sehen in der Verschuldung eine noch größere Bedrohung als die Inflation oder den Konflikt mit China. Doch ihre Kürzungswünsche bleiben unausgegoren.

          Topmeldungen

          Kevin McCarthy spricht im US-Kongress über die Überschuldung des Landes.

          Sparplan der Republikaner : „Gefährliche US-Schulden“

          Die Republikaner sehen in der Verschuldung eine noch größere Bedrohung als die Inflation oder den Konflikt mit China. Doch ihre Kürzungswünsche bleiben unausgegoren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.