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Kommentar : Vernünftige Glyphosat-Verlängerung

  • -Aktualisiert am

Unter anderem in Monsantos Produkt Roundup ist Glyphosat enthalten. Bild: Reuters

Glyphosat darf in der EU auch in den nächsten Jahren eingesetzt werden. Das scheint vernünftig. Denn hinter den Argumenten der Kampagnenführer stehen viele Fragezeichen.

          Auf den EU-Ackerböden dürfen Landwirte bis 2022 mit dem Unkrautvernichter Glyphosat alles, was nicht grünen soll, beseitigen – um zu säen, was wachsen soll: Weizen, Gerste, Mais. Dadurch bleibt Wurzeln und Würmern zwar der Pflug erspart, den Verbrauchern aber nicht der Chemikalienrückstand im Brot.

          Die Entscheidung der EU-Staaten erscheint aber zum jetzigen Zeitpunkt vernünftig, weil Fragezeichen hinter den Argumenten der Kampagnenführer für ein Verbot stehen: Erstens sehen Prüfbehörden auf der ganzen Welt geringstes Krebsrisiko – eine WHO-Behörde, die Krebsgefahr attestierte, steht einsam da. Zweitens erwiesen sich Vorwürfe, der Staat habe Studien von Monsanto übernommen, als arg übertrieben (es handelte sich um wenige, entsprechend eingeführte Teilkapitel). Drittens schwang in Kampagnen sogar anti-amerikanisches Ressentiment mit; die Motive einiger Akteure erscheinen daher zweifelhaft („Ökozid durch Monsanto“).

          Nun ist Zeit für die Wissenschaft, Antworten auf tatsächlich offene Fragen zu finden, etwa die Wirkung unterschiedlicher Glyphosat-Präparate wie Roundup, die Wechselwirkung verschiedener Chemikalien oder die Auswirkungen auf spezifische Risikogruppen wie Kinder. Die Umweltaktivisten könnten sich fragen, ob die Schadwirkungen des Glyphosats auf die Landschafts- und Artenvielfalt (Insekten) nicht das eigentlich relevantere Thema wären.

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