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Kommentar : Smarte Weihnachten

  • -Aktualisiert am

Die Deutschen wollen auch an Weihnachten nicht auf ihr Smartphone verzichten. Deswegen muss man nicht gleich zum Kulturpessimisten werden.

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          Zum Smartphone pflegt die katholische Kirche ein zwiespältiges Verhältnis. Der Papst beschwerte sich kürzlich in einer Generalaudienz auf dem Petersplatz über Priester und sogar Bischöfe, die in seinen Gottesdiensten mit ihren Handys fotografierten und filmten. Es mache ihn sehr traurig, wenn er die Messe feiere und die vielen hoch gehaltenen Telefone sehe. Wenn der Priester sage, „Erhebt eure Herzen“, dann heiße das nicht, dass man sein Handy hoch halten solle, um zu fotografieren, belehrte Franziskus die Zuhörer und mahnte: „Also denkt dran: keine Handys.“

          Dagegen schätzt Alessandro Palermo, ein 30 Jahre alter Priester auf Sizilien, die Technik äußerst positiv ein. In seiner Kirche segnete er jüngst sogar Handys – zum Ärger von Kritikern, die darin eine Provokation sehen. In einem ähnlichen Zwiespalt stecken viele Familien an Heiligabend. Handy zur Bescherung – ja oder nein? Wie eine Umfrage ergab, mögen die meisten Deutschen auch an Weihnachten nicht auf ihr Smartphone verzichten. Nur in einem Bruchteil der Haushalte herrscht rund um Weihnachtsessen, Christbaum und Bescherung ein striktes Telefonier- und Spielverbot.

          Schlimm ist das nicht, und man muss deswegen nicht zum Kulturpessimisten werden. Viel gewonnen ist doch schon, wenn alle zum Fest eine Spur nachdenklicher mit der stets präsenten und verfügbaren Technik umgehen, die uns und die ganze Welt verändert.

          Thiemo Heeg
          (tih.), Wirtschaft

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