https://www.faz.net/-gqe-7qgmc

Kommentar : Schwächerer Euro

Soll der Euro abgewertet werden? Das macht Europa nicht dauerhaft wettbewerbsfähiger. Ein Ersatz für Reformen in den Krisenländern ist das nicht.

          1 Min.

          Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat recht: Langfristig sorgt die Abwertung einer Währung nicht für zusätzliche Wettbewerbsfähigkeit. Insofern kann eine primär auf Wechselkurssteuerung ausgelegte Geldpolitik für die Europäische Zentralbank keine Option sein. Vor allem darf sie keinen Ersatz für marktwirtschaftliche Reformen in den Krisenländern bilden.

          Ohnehin dürfte eine wirtschaftliche Belebung in anderen Ländern eine leichte Schwäche des Euro am Devisenmarkt befördern. So wertet derzeit das Pfund gegenüber dem Euro auf, weil die Bank von England ihren Leitzins schneller erhöhen könnte als bisher von den Marktteilnehmern vermutet. Schon bilden sich Erwartungen, dass auch die amerikanische Geldpolitik ihre Leitzins etwas früher als erwartet wieder erhöhen könnte.

          Hingegen steht die Europäische Zentralbank von einer Zinserhöhung weit entfernt. Ganz im Gegenteil vermuten nicht wenige Marktteilnehmer, dass die Geldpolitik im Euroraum in den kommenden Monaten noch weiter gelockert werden könnte. Die Geldpolitik ist jedoch kein allmächtiges Instrument. Die EZB ist in Vorlage getreten; nun müssen die Regierungen ihre Arbeit machen.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Weitere Themen

          Land der Verdränger

          FAZ Plus Artikel: Wahlkampf : Land der Verdränger

          Politik und Wähler leugnen kollektiv die Fakten. Ändert sich nichts daran, hat das immense Kosten für uns alle. Das gilt für Extremwetterereignisse – aber auch für die Rentenpolitik.

          Topmeldungen

          Ein Bild, das um die Welt ging: Wassermassen bahnen sich am 16. Juli ihren Weg durch den Erftstädter Stadtteil Blessem.

          Flutopfer in Erftstadt : Bangen an der Abbruchkante

          In Blessem sind die Bewohner nach der Flutkatastrophe noch immer mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Viele stehen vor dem Nichts und fürchten: Was ist, wenn man uns Flutopfer vergisst?
          Kristina Timanowskaja am Sonntag am Flughafen mit einem Polizisten

          Kidnapping bei Olympia? : Der Fall der Belarussin Kristina Timanowskaja

          Kristina Timanowskaja soll plötzlich aus Tokio abreisen. Liegt es an Kritik der Sportlerin aus Belarus? Das IOC fordert eine Erklärung für den Vorfall, den Timanowskaja als Kidnapping bezeichnet.
          Die Altersstruktur der Bevölkerung hat starke Auswirkungen auf das Rentensystem.

          Wahlkampf : Land der Verdränger

          Politik und Wähler leugnen kollektiv die Fakten. Ändert sich nichts daran, hat das immense Kosten für uns alle. Das gilt für Extremwetterereignisse – aber auch für die Rentenpolitik.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.