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Kommentar : Russische Kriegsführung

  • -Aktualisiert am

Volkswagen hat ein eigenes Werk im russischen Kaluga. Bild: AFP

Russland will polnische Äpfel, amerikanisches Geflügel und bald vielleicht auch deutsche Autos aus dem Land werfen. Das mag für einzelne westliche Unternehmen schmerzhaft sein. Doch Russland tut es weitaus mehr weh.

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          Der Westen ist bei den Sanktionen gegen Russland darauf bedacht, den Schaden für heimische Firmen und Verbraucher möglichst gering zu halten. Des Kremls Antwort auf die westlichen Strafen besteht vereinfacht gesagt darin, das russische Volk leiden zu lassen.

          Die im eigenen Verständnis nukleare Weltmacht hat für den Handelskrieg allerdings kaum andere Optionen, als polnische Äpfel, amerikanisches Geflügel und bald vielleicht deutsche Autos aus dem Land zu werfen: Russland stellt keine hochwertigen Güter her, die es Europa oder den Vereinigten Staaten vorenthalten könnte. Also muss es deren Firmen den russischen Absatzmarkt vorenthalten.

          Das mag für einzelne westliche Unternehmen schmerzhaft sein, doch gesamtwirtschaftlich tut es Russland weitaus mehr weh. Der Schmerz wird gelindert durch die Hoffnung, erzwungene Importsubstitution statt freiwilliger internationaler Kooperation könne russische Firmen ihren technologischen Rückstand wettmachen lassen. Im Zweifel werden sich die Importquellen aber nur kurzfristig auf andere Länder verlagern, zuvorderst die asiatischen. Modernisierung auf Kommando wird in Putins Russland nicht funktionieren.

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