https://www.faz.net/-gqe-85fjg

Kommentar : Riester-Republik

Muss der Staat die private Altersvorsorge bezuschussen? Wenn ja, dann sollte er das für die Geringverdiener tun. Doch die Riester-Rente erreicht sie nicht.

          1 Min.

          Ob der Staat den Bürgern überhaupt helfen muss, neben ihrer Rentenversicherung privat für das Alter vorzusorgen, ist eine Frage an sich. Wenn der Staat es jedoch tut, dann sollte er dafür sorgen, dass die Subventionen vor allem bei jenen ankommen, die Unterstützung gebrauchen können – nämlich bei Geringverdienern, die eines Tages von Altersarmut gefährdet sein werden.

          Bei der Riester-Rente ist das nicht der Fall. Mehr als ein Drittel des Fördergeldes kassieren besser verdienende Haushalte, die im Jahr mehr als 60.000 Euro netto verdienen und zum oberen Fünftel der Einkommensverteilung gehören. Auf das untere Fünftel entfallen gerade einmal 7 Prozent der Milliardensumme.

          Dieses Missverhältnis wäre vielleicht noch zu akzeptieren, wenn der finanzielle Anreiz dazu führen würde, dass in der Summe mehr gespart wird. Doch genau das ist nicht der Fall, da sind sich die Forscher sicher: Die Menschen sparen so viel wie ohne Riester auch, nur kommt für einen Teil der Summe nun der Staat auf. Die Riester-Rente lohnt nur für Menschen, denen das Sparen nicht wehtut und die noch dazu die üppigen Kinderzuschläge erhalten. Wer ohnehin wenig hat, der kann sich Riester offenbar nicht leisten.

          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Armin Laschet nach der Präsidiumssitzung der CDU am Montag in Berlin

          Laschet in Not : Warten auf die Wende

          Die launige Stimmungsdemokratie tut Laschet nicht den Gefallen einer „Wende“ durch die Medien. Auf die konnte sich die CDU noch nie verlassen. Aber das war und ist nicht die Schwäche der Union, sondern ihre Stärke.
          Frank Plasberg wollte anhand von Leitfragen die Unterschiede zwischen den Parteien deutlich machen.

          TV-Kritik Hart aber fair : Die Nato wird wohl nicht aufgelöst

          Frank Plasberg hat sich kurz vor der Wahl etwas Besonderes ausgedacht. Mit Leitfragen will er die Unterschiede zwischen den Parteien deutlich machen. Doch am Ende entgleitet es ins Aberwitzige.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.