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Kommentar : Riester-Republik

Muss der Staat die private Altersvorsorge bezuschussen? Wenn ja, dann sollte er das für die Geringverdiener tun. Doch die Riester-Rente erreicht sie nicht.

          Ob der Staat den Bürgern überhaupt helfen muss, neben ihrer Rentenversicherung privat für das Alter vorzusorgen, ist eine Frage an sich. Wenn der Staat es jedoch tut, dann sollte er dafür sorgen, dass die Subventionen vor allem bei jenen ankommen, die Unterstützung gebrauchen können – nämlich bei Geringverdienern, die eines Tages von Altersarmut gefährdet sein werden.

          Bei der Riester-Rente ist das nicht der Fall. Mehr als ein Drittel des Fördergeldes kassieren besser verdienende Haushalte, die im Jahr mehr als 60.000 Euro netto verdienen und zum oberen Fünftel der Einkommensverteilung gehören. Auf das untere Fünftel entfallen gerade einmal 7 Prozent der Milliardensumme.

          Dieses Missverhältnis wäre vielleicht noch zu akzeptieren, wenn der finanzielle Anreiz dazu führen würde, dass in der Summe mehr gespart wird. Doch genau das ist nicht der Fall, da sind sich die Forscher sicher: Die Menschen sparen so viel wie ohne Riester auch, nur kommt für einen Teil der Summe nun der Staat auf. Die Riester-Rente lohnt nur für Menschen, denen das Sparen nicht wehtut und die noch dazu die üppigen Kinderzuschläge erhalten. Wer ohnehin wenig hat, der kann sich Riester offenbar nicht leisten.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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