https://www.faz.net/-gqe-93cm0

Kommentar : Rente und Reue

  • -Aktualisiert am

Die Rente mit 63 war ein teurer Fehler. Denn sie begünstigt wohlhabende Beitragszahler und entzieht dem Arbeitsmarkt viele Fachkräfte.

          1 Min.

          Die Einführung einer abschlagsfreien Frührente mit 63 Jahren für besonders langjährige Rentenversicherte war ein teurer Fehler. Er begünstigt zu Lasten der heutigen Beitragszahler diejenigen, die ohnehin ordentliche Renten zu erwarten haben, und er entzieht dem Arbeitsmarkt viele Fachkräfte.

          Es wäre also kein Fehler, wenn sich die neu formierende Koalition darüber Gedanken machte, wie man den Irrweg der Vorgänger korrigieren könnte. Schließlich müssen sich FDP und Grüne nicht an das Tauschgeschäft zwischen Union und SPD gebunden fühlen: Um die von der CSU geforderte Mütterrente für ältere Frauen durchzusetzen, gab Angela Merkel der von der SPD verlangten Frührente den Segen.

          Allerdings dürfte die Bundeskanzlerin aus der Rückabwicklung eines Teils des Geschäfts nicht ohne Blessuren hervorgehen. Es ist eine Sache, mehr Geld und Privilegien zu versprechen, eine andere, diese wieder zu nehmen. So könnte CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn, der die Rente mit 63 streichen will, ein einsamer Rufer bleiben. Sein Vorstoß zeigt aber, wo Geld liegt, das anderweitig besser verwendet wäre. Und er erinnert daran, gerade in der Rente nichts zu versprechen, was man schon nach kurzer Zeit bereut.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zum Tod von Diego Maradona : In den Händen Gottes

          Bei der WM 1986 wurde er in Argentinien zum Heiligen. Er war einer, der es nach ganz oben schaffte. Nun muss die Fußball-Welt sich von einem ihrer größten Spieler verabschieden: Im Alter von nur 60 Jahren ist Diego Armando Maradona gestorben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.