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Kommentar : Preisbeben

Ob Munich Re, Swiss Re oder Hannover Rück: Die verheerende Katastrophe in Japan trifft die Rückversicherer bis ins Mark. Doch die Absicherung von Katastrophen wird bald ein noch einträglicheres Geschäft sein.

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          Noch bebt in Japan die Erde. Schon die ersten Schätzungen für die verheerende Katastrophe zeigen, dass die Rückversicherer bis ins Mark getroffen sind. Ob Munich Re, Swiss Re oder Hannover Rück, in den Chefetagen der großen Konzerne müssen jetzt alle Jahresziele überprüft werden. Die Verkettung unglücklicher Umstände - Erdbeben, Tsunami und Reaktorunglück - hat Milliardenschäden angerichtet, auch in den Bilanzen der Rückversicherer.

          Da mag es zynisch klingen, aber die Absicherung von Katastrophen wird bald ein noch einträglicheres Geschäft sein. In den vergangenen Jahren haben die Rückversicherer in den Verhandlungen mit ihren Kunden, den Erstversicherern, meist niedrigere Prämien akzeptiert. Ausgerechnet in Japan läuft nun die Erneuerungsrunde zum 1. April, und die Rückversicherer hängen neue Preisschilder an die Risiken aus Überschwemmungen oder Unfällen in Atomkraftwerken.

          So und nicht anders ist es zu verstehen, wenn die Konzerne versichern, weiter Kapazität zur Verfügung zu stellen. Allerdings haben es sich die Erstversicherer, die bei den Rückversicherern die Schutzdeckungen kaufen, zuletzt leisten können, mehr Risiken selbst zu schultern. Es ist alles eine Frage des Preises.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

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