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Kommentar : Näher an die rote Linie

Schritt für Schritt nähert sich die EZB dem Kauf von Staatsanleihen. Wenn die Konjunktur weiter schwach bleibt und die Inflationsrate Richtung Nulllinie sinkt, wird der Druck enorm groß, diese „atomare Option“ zu zünden.

          Schritt für Schritt nähert sich die EZB dem Kauf von Staatsanleihen. Beschlossen ist der Ankauf von Wertpapieren wie den Covered Bonds und den umstrittenen ABS-Kreditverbriefungen. Für bis zu 1000 Milliarden Euro könnten solche Papiere gekauft werden, hat der Zentralbank-Vize vorgerechnet. Aber ob die selbstgesteckten Ziele damit erreicht werden, ist fraglich.

          Schon dringt die nächste Spekulation aus dem EZB-Turm heraus. Anfang kommenden Jahres könnte sie Unternehmensanleihen aufkaufen. Dass die Preise vieler Unternehmenspapiere schon jetzt ziemlich hoch und ihre Renditen niedrig sind und kaum noch die Ausfallrisiken widerspiegeln, ist für die Befürworter nebensächlich. Ihnen geht es darum, die Zentralbankbilanz stark auszuweiten. Quantitative Lockerung lautet das Zauberwort.

          Wenn die Konjunktur weiter schwach bleibt und die Inflationsrate Richtung Nulllinie sinkt, wird der Druck enorm groß, die „atomare Option“ zu zünden: eine Quantitative Lockerung durch den Kauf von Staatsanleihen in Höhe von Hunderten Milliarden Euro. Für die Deutschen wäre damit die letzte rote Linie überschritten. Die hoch verschuldeten Südländer jedoch können es kaum erwarten.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

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