https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-montis-hausaufgaben-11781890.html
Tobias Piller (tp.)

Kommentar : Montis Hausaufgaben

  • -Aktualisiert am

In Italien verdüstert sich die Konjunktur, das Ansehen der Regierung wird blasser. Doch gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Ministerpräsident Mario Monti das Reformtempo wieder erhöhen will.

          1 Min.

          In der europäischen Rettungsaktion für Spanien sehen viele italienische Politiker und Medien ein Hoffnungszeichen dafür, dass die Mauer des deutschen Widerstands gegen Investitionsbonds, Eurobonds und die Vergemeinschaftung der Staatsschulden bald zusammenbrechen wird. In Italien verdüstert sich die Konjunktur, das Ansehen der Regierung wird blasser. Doch gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Ministerpräsident Mario Monti das Reformtempo wieder erhöhen will, um gegen die Rezession anzugehen.

          Italien erwartet umfassende Zugeständnisse

          Aus Sicht italienischer Ökonomen waren die letzten beiden Reformschritte, die auf Liberalisierung der Wirtschaft und eine Flexibilisierung des Arbeitsmarkts zielten, ein Flop. Doch Monti will Streit in Italien vermeiden. Er sagt, seine Regierung habe ihre Hausaufgaben gemacht. Sie könne daher mit Recht umfassende Zugeständnisse von Berlin erwarten.

          Noch glänzt Montis Ruf im Ausland. Und natürlich war der Vorschusslorbeer für den Ministerpräsidenten berechtigt, nachdem man mit seinen Vorgängern viele Enttäuschungen erlebt hat. Aber auch Montis Bild wird leiden, wenn er weiter verbreitet, nur die Kollegin Angela Merkel sei für die Rettung Italiens zuständig und verantwortlich.

          Tobias Piller
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ihm muss der Wandel gelingen: Finanzminister Christian Lindner

          Finanzpolitik der Regierung : Lindners Zeitenwende

          Wenn der FDP-Chef im Jahr 2025 nicht blank dastehen will, muss Christian Lindner als Finanzminister einen Wandel schaffen. Ohne eine Umkehr in der Finanzpolitik wird die Belastung der Bürger und Unternehmen weiter zulegen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.