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Einbruch in der Krise : Minijobs unter Beschuss

  • -Aktualisiert am

In der Gastronomie sind besonders viele Minijobs weggefallen. Bild: dpa

Es stimmt: Minijobs sind nicht krisensicher. Das hat die Corona-Krise gerade wieder gezeigt. Sie abzuschaffen löst aber die Probleme nicht.

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          Für alle, die Minijobs schon lange eindämmen wollen, bietet die Corona-Pandemie einen willkommenen Anlass: Aus ihrer Sicht hat die Krise offenbart, dass diese Form der geringfügigen Erwerbstätigkeit kein sicheres Arbeitsverhältnis und keine ausreichende Absicherung ermöglicht. Das liegt freilich in der Natur der Sache: Während der Arbeitgeber einen Pauschalbetrag von 30 Prozent zahlt, werden für die Beschäftigten keine Steuern oder Sozialabgaben fällig, abgesehen von einem Beitrag zur Rentenversicherung, von dem sie sich befreien lassen können. Bis zu einer Grenze von 450 Euro können sie auf diese Weise unkompliziert etwas (hinzu-)verdienen, brutto für netto. Die Kehrseite ist, dass sie damit keinen Anspruch auf Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld haben.

          555,000 Minijobs sind der Bundesagentur für Arbeit zufolge in der Corona-Krise verloren gegangen, der Großteil davon im Gastgewerbe, mit entsprechenden Einbußen für die Betroffenen. Weil sie aus betrieblicher Sicht vor allem ein flexibles Instrument zur Personalplanung darstellen, reagierten sie schneller und stärker auf die Einschränkungen als die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die durch die Kurzarbeit gestützt wurde. Die Schlussfolgerung von Grünen, SPD, Linkspartei und Gewerkschaften lautet nun: Minijobs sollen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung „umgewandelt“, in ihrer heutigen Form also abgeschafft werden.

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