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Kommentar : Mark Zuckerbergs erstaunliche Großmut

An Facebook kann man manches kritisieren. Und Mark Zuckerberg ist kein Heiliger. Seine Spende ist trotzdem großzügig.

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          Tue Gutes und rede darüber. So ist es üblich unter wohlhabenden Amerikanern, für die karitatives Engagement zum guten Ton gehört. Bill Gates, der Mitgründer des Softwarekonzerns Microsoft, hat gezeigt, dass es sogar möglich ist, sich ganz neu zu definieren. Galt er bei Microsoft als rabiater Monopolist, ist er heute dank seiner Stiftungsarbeit ein respektierter Wohltäter.

          Eine ähnliche Rehabilitation gelang vor ihm schon den Industriellen John Rockefeller und Andrew Carnegie. Nun will Facebook-Mitgründer Mark Zuckerberg diesen Beispielen folgen und verspricht, noch zu Lebzeiten fast sein gesamtes Vermögen zu spenden.

          Aus seiner pompösen Ankündigung, die er mit der Geburt seines ersten Kindes abgestimmt hat, spricht unbedingter Technologieglaube und Weltverbesserungsanspruch, passend zur Mentalität im Silicon Valley. Das muss man nicht sympathisch finden, und es macht Zuckerberg auch nicht zum Heiligen.

          Die berechtigte Kritik an den Datenschutzpraktiken von Facebook wird sich dadurch auch nicht in Luft auflösen. Doch ist Zuckerbergs Spendenversprechen nur zu begrüßen. Was Bill Gates heute tut, ist aller Ehren wert, und je mehr Superreiche in seine Fußstapfen treten, umso besser.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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