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Kommentar : Luftiges Konzept

  • -Aktualisiert am

Um ein Konzept hatten Fluggesellschaften und Flughäfen lange gebettelt. Doch was Dobrindt nun vorgelegt hat, ist bloß ein Ministerpapier ohne jede Abstimmung mit anderen Stellen.

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          Sonntagsreden hören deutsche Luftfahrtmanager immer, wenn sie dargelegt haben, dass der Flugverkehr anderswo stärker gewachsen ist als hierzulande. Dann beteuern Politiker, wie wichtig die Luftfahrt für die Wirtschaft sei. Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist keine Ausnahme, nur dass er diese Sprüche als „Luftfahrtkonzept“ vermarktet.

          Um so ein Konzept hatten Fluggesellschaften und Flughäfen lange gebettelt. Doch was der CSU-Mann kurz vor dem Ende der Legislaturperiode vorgelegt hat, enthält nicht das, was sich die Branche erhofft hatte. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD zugesagt, mit den Ländern eine Perspektive zu erarbeiten. Herausgekommen ist aber bloß ein Ministerpapier. Abstimmungen mit anderen Stellen? Fehlanzeige.

          Dabei ist der Wildwuchs aus Regionalflughäfen und vielen Landesstellen ein Problem der Branche. Wie hoch ist die Wertschätzung für die Luftfahrt, wenn für Straßen ein Verkehrswegeplan im Bundestag beschlossen wird, der Flugverkehr aber mit dem Papier eines Ressorts abgespeist wird? Die Branche sollte sich auch nicht zu früh freuen, dass darin nun der „Einstieg in den Ausstieg“ aus der für sie schädlichen Ticketsteuer angekündigt wird.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

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