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Kommentar : Lindes Praxair-Falle

Linde ist am Ende einer Sackgasse angekommen. Die Fusion mit Praxair ist zwar noch nicht beschlossen, doch einen Ausweg daraus gibt es nicht mehr.

          Linde hat sich in eine sehr missliche Lage manövriert. Die Fusion mit der amerikanischen Praxair ist zwar noch nicht beschlossen; einen Ausweg daraus jedoch gibt es nicht. Es geht gar nicht darum, dass ein Scheitern der Fusion einer Niederlage des überaus selbstbewussten Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Reitzle gleichkäme.

          Der betrachtet den Zusammenschluss zur neuen Nummer eins der Industriegase-Branche zwar als ein persönliches Anliegen, was zu Turbulenzen mit Querelen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat sowie innerhalb des Vorstands geführt hat. Doch wichtiger ist, dass die Basis von Linde nun so geschwächt wurde, dass es keine Zukunft als stabiles, eigenständiges Unternehmen mehr geben kann.

          Linde ist am Ende einer Sackgasse angekommen

          Ein starker und zugkräftiger Chef wird für ein Unternehmen mit einer derart schlechten Kurzzeithistorie, wie sie Linde hat, nicht zu finden sein. Eine Niederlage würde zudem den Rücktritt von Reitzle erzwingen, was den Dax-Konzern vollends kopflos machte.

          Hinzu kommt, dass sich Linde angesichts der eigenen, starken internationalen Präsenz auf wichtigen Weltmärkten zu billig an Praxair verkauft. Würde die Fusion platzen, folgte aus der Bewertungslogik, dass der Börsenwert von Linde erheblich zurückfiele. Der Konzern würde zu einem günstigen Übernahmekandidaten. Linde ist am Ende einer Sackgasse angekommen. An deren Einfahrt stand der Name Praxair.

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          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

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