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Kommentar : Lesen, schreiben, rechnen

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Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres suchen noch fast 41.000 junge Menschen eine Lehrstelle. Damit kann niemand zufrieden sein. Dennoch wäre es falsch, jetzt zu sagen: Der Ausbildungspakt hat versagt.

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          Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres suchen noch fast 41.000 junge Menschen eine Lehrstelle. Damit kann niemand zufrieden sein. Vor allem in Ostdeutschland ist die Lage dramatisch. Dennoch wäre es falsch, jetzt zu sagen: Der Ausbildungspakt hat versagt.

          Immerhin gibt es zum ersten Mal seit vier Jahren weniger nicht vermittelte Bewerber als im Vorjahr. Handwerk und Industrie haben das geschafft, obwohl die Binnenkonjunktur schwach ist. Zudem werden auch die Schulabgänger, die heute noch einen Platz suchen, bis Jahresende zumindest ein Betriebspraktikum angeboten bekommen.

          Verantwortung für eine gute Ausbildung

          Beunruhigender ist eine andere Entwicklung: Vor allem in den Berufen, die hochqualifizierte Mitarbeiter verlangen, wird es in wenigen Jahren nicht genügend gut ausgebildete Fachkräfte geben. Diese Fachkräfte müßten heute ausgebildet werden. Daß das nicht passiert, liegt auch an den Schulen. Wenn Jahr für Jahr mehr als 100.000 junge Menschen ohne Schulabschluß ins Berufsleben entlassen werden, ist das ein Skandal.

          Neben den Unternehmen und der Politik müssen die Schulen viel stärker in die Verantwortung für eine gute Ausbildung eingebunden werden. Statt des Ausbildungspaktes braucht Deutschland offenkundig einen Bildungspakt, der sicherstellt, daß alle Jugendlichen ausreichend lesen, schreiben und rechnen können, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu wahren.

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