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Streik-Kommentar : Lehrer, nicht Beamte

  • -Aktualisiert am

Angestellte Lehrer während eines Warnstreiks in Karlsruhe am 4. Mai 2010. Bild: dpa

Über das Bundesverfassungsgericht wollen sich beamtete Lehrer ein Recht auf Streik sichern. Nur zu, Übermut kommt vor dem Fall.

          Über das Bundesverfassungsgericht wollen sich beamtete Lehrer ein Recht auf Streik sichern. Nur zu, Übermut kommt vor dem Fall.

          Bislang ist Beamten traditionell der Arbeitskampf verwehrt, weil sie zu ihrem staatlichen Arbeitgeber in einem besonderen Treueverhältnis stehen. Das wird mit besonderen Privilegien entlohnt, wie der Arbeitsplatzsicherheit, verbunden mit einer lebenslangen Alimentationspflicht, die sich im Alter in Pensionen niederschlägt, auf die gesetzliche Rentner oft nur neidvoll schielen können.

          Die Privilegien behalten, ohne die damit bislang verbundenen Pflichten? Es wird ein paar Monate dauern, bis man weiß, wie die Karlsruher Richter darüber denken. Sollten sie den beamteten Lehrern aber tatsächlich ein Streikrecht zubilligen, wäre das ein letzter Anstoß, mit dem Unfug der Verbeamtung von Lehrern endlich Schluss zu machen.

          Für gute Bildung braucht es qualifizierte, motivierte und nach Leistung bezahlte Lehrer. Das alles lässt sich ohne den vom Beamtenstatus ausgehenden wettbewerbsfremden Anreiz zur Bequemlichkeit besser sicherstellen, wenn auch nicht unbedingt billiger und notfalls unter Inkaufnahme gelegentlicher Streiks.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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