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Helmut Bünder (bü.)

Kommentar : Land der Kartelle

Deutschland - immer noch ein Land der Kartelle? Einiges spricht dafür, dass sich die Kartellfälle häufen, weil die Wettbewerbshüter endlich über bessere Instrumente beim Aufdecken verfügen.

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          Die sich häufenden Fälle illegaler Preisabsprachen erwecken den Eindruck, als sei die Republik in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts steckengeblieben, in der Zeit vor dem großen Umdenken, als Ludwig Erhard gegen erbitterten Widerstand der Industrie das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen auf den Weg brachte.

          Keine Branche scheint gefeit zu sein. Zement und Aufzüge, Kaffee und Brillengläser, Badewannen und Kloschüsseln, letztere wie ein Fingerzeig dafür, wie manche Unternehmen mit ihren Kunden umgehen.

          Pessimisten sehen in der Serie aufgedeckter Fälle die Spitze des Eisberges, Optimisten einen Beleg dafür, dass das Kartellamt endlich über Instrumente verfügt, um Preistreibern das Handwerk zu legen.

          Einiges spricht für die zweite Lesart. Der Ermittlungsdruck steigt. Abschreckende Strafen und die Bonusregelung säen Misstrauen zwischen Kartellanten, treiben Unternehmen in der Hoffnung auf Straferlass als Kronzeugen zum Kartellamt.

          Die kleine Behörde lehrt die Kartelle das Fürchten und die Verbraucher, die jeden Erfolg an der Ladenkasse in Euro und Cent spüren, die Vorteile des Wettbewerbs.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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