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Kommentar : Land der Drogerien

Das Wachstum von dm und Rossmann scheint unbegrenzt. Aber was kommt danach?

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          Deutschland ist das Land der Drogerien. An jeder Ecke gibt es ein Fachgeschäft für Deo und Haarspray, Duschgel, Tee und Putzmittel. Und permanent kommen neue Läden hinzu. Dazu trägt auch die Dirk Rossmann GmbH aus Burgwedel bei, die allein in diesem Jahr 230 neue Geschäfte eröffnen will, davon mehr als einhundert in der Bundesrepublik.

          Noch ist das Wachstum der Filialnetze scheinbar unbegrenzt, doch langsam kommt das Ende in Sicht. Ein paar hundert Läden kann die Nummer zwei nach dm aus Karlsruhe hierzulande noch eröffnen, danach dürfte der Markt langsam, aber sicher gesättigt sein. Was kommt danach? Rossmann hat schon angekündigt, stärker auf bestehender Fläche wachsen zu wollen. Das bedeutet auch, die Zugkraft des Sortiments mit neuen Angeboten zu vergrößern, etwa Spielwaren, Kosmetik oder Bio-Lebensmitteln.

          Dabei kommt die Kette aber anderen Fachgeschäften ins Gehege, die sich die Attacke nicht gefallen lassen. Aldi und Lidl halten dagegen. Auch der Edeka-Konzern macht Druck und plant sogar eine eigene Drogeriemarktkette. Die abnehmende Wachstumsdynamik von Rossmann in Deutschland ist ein erstes Warnsignal. Die Drogeriekonzerne stehen nach starken Jahren vor einer Zeit, in der Umsatz und Rendite durch den zunehmenden Wettbewerb immer stärker unter Druck kommen werden.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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