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Kommentar : Kreuz mit der Seefahrt

  • -Aktualisiert am

Das tragische Unglück vor Italiens Küste wirft ein Schlaglicht auf einen Zweig der Tourismusindustrie, der mit zweistelligen Zuwachsraten brillieren kann, gleichzeitig aber unter erheblichem Kostendruck steht.

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          Noch ist es zu früh, Schlüsse vom Desaster der Costa Concordia auf die Verfassung der Kreuzfahrtbranche zu ziehen. Dennoch wirft das tragische Unglück vor Italiens Küste ein Schlaglicht auf einen Zweig der Tourismusindustrie, der mit zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz oder Passagierzahlen brillieren kann, gleichzeitig aber wegen ihrer geringen Margen unter erheblichem Kostendruck steht. Carnival und Royal Caribbean, die führenden Anbieter aus Nordamerika, drängen mit Macht auf den europäischen Markt, weil in ihrem Heimatmarkt das Kreuzfahrtgeschäft stagniert oder rückläufig ist.

          Im Zuge ihrer Expansion avancierten Schiffsreisen längst auch in Europa zum modernen Ersatz der klassischen Pauschalreise - vom Privileg reicher Senioren ist längst keine Rede mehr. Doch eine Flut an neuen Amüsierdampfern, die alle schwimmenden Kleinstädten gleichen, hat unter den Anbietern ruinöse Preiskämpfe entfacht. Gerüchte, dass ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb den Kostendruck verschärft und zu Abstrichen bei der Ausbildung von Personal oder Sicherheitsstandards führt, kursieren in der Branche seit längerem. Bleibt zu hoffen, dass der „Fall Concordia“ den Verdacht nun nicht erhärtet.

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