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Zoll-Kommentar : Keine Vergeltung bitte

  • -Aktualisiert am

Die Europäische Union wird vor einem Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten nicht zurückschrecken. Zölle auf amerikanische Produkte würden vor allem Trump-Wähler treffen. Aber ist das klug?

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          Die Europäische Union hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass sie vor einem Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten nicht zurückschrecken wird. Sollte Präsident Donald Trump tatsächlich auch für europäische Stahl- und Aluminiumeinfuhren Importbeschränkungen erlassen, ist die EU vorbereitet.

          Mit Zöllen auf Orangensaft, Whiskey oder Motorräder kann sie die Vereinigten Staaten und deren Politiker dort treffen, wo es weh tut. Schließlich zielt sie damit auf die Wahlkreise wichtiger republikanischer Politiker und Trump-Unterstützer.

          Ein solcher „Vergeltungsschlag“ wäre ebenso legitim wie mit den Regeln der Welthandelsorganisation vereinbar. Eine andere Frage ist, ob er auch politisch klug wäre. Durch neue Handelsbarrieren wird ein Präsident wie Trump kaum zum Einlenken zu bewegen sein.

          Es besteht vielmehr die Gefahr, dass Trump dadurch nur in seinem Irrglauben von einem gegen Amerika gerichteten „unfairen Wettbewerb“ bestärkt wird. Wenn die EU Trump davon überzeugen will, dass freier Handel für alle Länder eine „Win-win-Situation“ ist, muss sie auch darauf setzen. Die richtige Antwort auf Zölle bleibt der Verzicht auf diese, auch wenn es schmerzt.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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