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Proteste in Hongkong : Kein Rückgrat in China

Zahllose Menschen demonstrieren in Hongkong, Kunden der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind wohl nur wenige dabei. Bild: dpa

Die vier weltgrößten Bilanzprüfer vollziehen in Sachen Hongkong in Peking den Kotau. Von „Wandel durch Handel“ ist nichts mehr zu hören, aber das Krachen der Knochen im Rückgrat von Managern.

          Manager in China möchte man in diesen Tagen nicht sein. Denn Peking zieht die Daumenschrauben an. Die Diktatur übt nun wachsenden Druck auf jene aus, die sich im Zuge der Aufstände in Hongkong nicht patriotisch genug geben. Was dies bedeutet, diktiert die Partei in Peking. Sie lässt die Nationalisten von der Kette, angeführt von den Demagogen der kommunistischen Medien. Welchen Konzern der gelenkte Volkszorn dann auch trifft – er knickt ein. Autohersteller, Fluglinien, Luxushersteller: Längst haben sie gelernt, dass ihnen China etwa ein Gespräch mit dem Dalai Lama niemals verziehe.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Wie Schulbuben entschuldigen sich Manager, sollten sie Taiwan nicht als Teil des großen chinesischen Reiches bezeichnen. Nun fordern die Lautsprecher der Partei sogar die Entlassung von Firmenangehörigen, die mit Demonstranten in Hongkong sympathisieren. Sofort vollziehen die vier weltgrößten Bilanzprüfer den Kotau vor dem Regime – denn Marktanteile am Finanzplatz Hongkong zu verlieren wäre ein viel zu hoher Preis für Haltung. Von „Wandel durch Handel“ ist schon lange nichts mehr zu hören. Wohl aber vom Krachen der Knochen im Rückgrat gestandener Manager.

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