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Kommentar : Jetzt müssen alle ran

Wenn Deutschland seinen Wohlstand halten will, muss es alle Reserven mobilisieren: Schüler, Auszubildende, Studenten, Rentner - jeder ist gefragt.

          Man kann es kaum glauben. Obwohl es noch fast 3 Millionen Arbeitslose in diesem Land gibt, beginnt sich der demographische Wandel am Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft schmerzlich auszuwirken. Inzwischen freut sich das Handwerk über jeden Studienabbrecher, weil er meist ein ordentlicher Lehrling wird, den das Handwerk sonst immer schwerer bekommt. Der Mittelstand muss auf 31 Milliarden Euro Umsatz im Jahr verzichten, weil das Personal für die Aufträge fehlt. Die Arbeitslosen haben oft den falschen Beruf oder den falschen Wohnort. In den kommenden Jahren werden jährlich allein 90.000 frische Ingenieure gebraucht, allein 50.000 als Ersatz für die in Rente gehenden Ingenieure. Die Personaldecke ist fast überall kurz.

          Wenn Deutschland seinen Wohlstand halten will, gilt es daher alle Qualifizierungsreserven zu mobilisieren. Es müssen mehr Schüler zu einem Schulabschluss geführt werden, mehr junge Leute eine Ausbildung machen und mehr Studenten ihr Studium abschließen. Auch noch mehr Frauen sind am Arbeitsmarkt willkommen. Außerdem freuen sich Unternehmen über rüstige Rentner, die gern weiter arbeiten. Ausländische Studenten sollten im Land gehalten und ausländische Akademiker angeworben werden. Den Wohlstand erhält Deutschland nur mit technischem Fortschritt und vielen gut ausgebildeten Menschen.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

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