https://www.faz.net/-gqe-95jvb

Kommentar : Intel outside

  • -Aktualisiert am

Brian Krzanich Bild: Reuters

Halbleiterkonzern Intel ist hauptverantwortlich für das Chipdebakel. Dennoch spielt er die Angelegenheit herunter. So macht Chef Brian Krzanich keine gute Figur.

          Der Halbleiterkonzern Intel übernimmt nach den Enthüllungen über Sicherheitslücken in seinen Mikroprozessoren seltsam wenig Verantwortung und spielt die Angelegenheit herunter. Er will die Schwachstellen nicht als „Fehler“ in seinen Produkten verstanden wissen, aber wie sonst soll man etwas nennen, das Hacking-Angriffe ermöglicht?

          Und auch wenn es stimmt, dass Wettbewerber wie AMD und ARM von den Sicherheitsgefahren nicht ganz unberührt sind, stellt Intel die Sache allzu pauschal als industrieweites Problem dar. Dabei wird unterschlagen, dass eine der Schwachstellen nach Erkenntnis von Sicherheitsexperten vor allem die eigenen Produkte zu betreffen scheint.

          Für ein Unternehmen, das beteuert, bei ihm werde Sicherheit großgeschrieben, ist es zudem nicht gerade schmeichelhaft, dass die seit vielen Jahren existierende Bedrohung nicht im eigenen Haus entdeckt wurde, sondern von außenstehenden Spezialisten an Universitäten und anderen Vertretern der Technologiebranche wie Google. Dass Vorstandschef Brian Krzanich obendrein etliche Intel-Aktien verkauft hat, nachdem ihm die Schwachstellen gemeldet wurden, unterstreicht, welch schlechte Figur das Unternehmen hier macht. Es täte dem Chipgiganten gut, endlich einen kritischen Blick auf sich selbst zu werfen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Herbe Enttäuschung von Netflix

          Konkurrenz lauert : Herbe Enttäuschung von Netflix

          Der Videodienst gewinnt weniger Kunden als erwartet. Auf seinem Heimatmarkt schrumpfen die Abonnentenzahlen sogar. Die Aktie verliert deutlich an Wert, denn die Sorgen werden auch in Zukunft nicht weniger.

          Elon Musk will dem Mensch ans Hirn Video-Seite öffnen

          Neue Form der Kommunikation? : Elon Musk will dem Mensch ans Hirn

          Über implantierte Drähte und eine kabellose Verbindung will der Start-up-Unternehmer das menschliche Gehirn mit einem Interface außerhalb des Körpers verbinden. So soll eine neue Form der Kommunikation möglich werden.

          Topmeldungen

          Konkurrenz lauert : Herbe Enttäuschung von Netflix

          Der Videodienst gewinnt weniger Kunden als erwartet. Auf seinem Heimatmarkt schrumpfen die Abonnentenzahlen sogar. Die Aktie verliert deutlich an Wert, denn die Sorgen werden auch in Zukunft nicht weniger.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.