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Kommentar : Gesteuerte Eltern

  • -Aktualisiert am

Mit dem „Elterngeld Plus“ mischt sich Familienministerin Schwesig in die Arbeitsteilung zwischen Vätern und Müttern ein. Doch Beruf, Gleichstellung und Kind auszutarieren, gelingt ohne den Staat besser.

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          Beharrlich setzt Familienministerin Manuela Schwesig fort, was ihre Vorvorgängerin Ursula von der Leyen mit den beiden „Vätermonaten“ begonnen hat: Sie mischt sich in die Arbeitsteilung zwischen Vätern und Müttern ein. In ihrem Gesetzentwurf für ein „Elterngeld Plus“ baut sie die Geldleistung so um, dass Eltern einen finanziellen Anreiz bekommen, ihre Arbeitszeit vier Monate lang parallel zu verringern, um sich gemeinsam um den Nachwuchs zu kümmern. Der Staat gibt den Paaren damit einen weiteren kleinen Schubs in Richtung eines anzustrebenden gleichstellungspolitischen Ideals. Eltern, die dem Ideal nicht nacheifern, entgeht der Bonus.

          Hatte es über die Vätermonate noch eine große Debatte gegeben, ist diese Form der staatlichen Steuerung der Familie nun akzeptiert, es sieht jedenfalls nicht danach aus, als reize Schwesigs Nachhilfe in Sachen Partnerschaftlichkeit zu Widerspruch. Selbst die Unternehmen scheinen zufrieden, weil das Gesetz zugleich Anreize schafft, die komplette Auszeit für das Kind zugunsten eines Teilausstiegs zu verkürzen. Doch Familien sollten ihr Leben nicht nach Elterngeldstaffeln richten. Beruf, Gleichstellung und Kind auszutarieren, gelingt ohne den Staat besser.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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